Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Redaktion Oktober 14, 2013 3
Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Wenn Sie an Diabetes mellitus leiden, ist es zwangsläufig vonnöten, der täglichen Ernährung eine ganz besondere Aufmerksamkeit zu zollen. Eine bekannte und zugleich gefürchtete Folge einer zu inkonsequenten Lebensweise kann der so genannte Unterzucker sein. Zu niedrige Blutwerte sind mitunter gar lebensbedrohlich. Sinkt also der Blutzuckerspiegel unter 3,9 mmol/l bzw. auf unter 70 mg / dl, so ist absolute Vorsicht geboten. Fakt aber ist, dass nicht nur Sie als Diabetiker, sondern gleichwohl vollkommen gesunde Menschen eine so genannte Hypoglykämie erleiden können. Die diesbezüglichen Ursachen können allerdings unterschiedlicher Art sein.

Ursachen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)

  • Nehmen Sie keine Nahrung zu sich, kann eine Unterzuckerung entstehen.
  • Außerdem ist es gleichwohl möglich, nach einer Fehleinschätzung des Kohlenhydratgehaltes einer Mahlzeit sowie einer damit einhergehenden Fehldosierung des Insulins, zu unterzuckern.
  • Aber auch Hitzeeinwirkung, (übermäßiger) Alkoholgenuss, übertriebene körperliche Anstrengungen oder bestimmte Erkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Magenproblem etc.) sind häufige Ursachen einer Unterzuckerung.

Warnzeichen

Zu den klassischen Warnzeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) zählen in erster Linie:

  • zittern, erweiterte Pupillen, Herzrasen, heftiges Schwitzen, Schwächegefühl, Schwindel und eine bleiche Mund- und Nasenpartie
  • Darüber hinaus ist mit Krämpfen, Koordinationsproblemen, Bewusstseinsstörungen, Aggressivität, Heißhunger-Attacken, starken Kopfschmerzen und massiver Konzentrationsschwäche zu rechnen.
  • Häufig treten gleichwohl ein prickelndes Gefühl im Ober- und Unterlippenbereich, Sehstörungen und Schwierigkeiten beim Artikulieren von Worten auf.
  • Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit sind weitere Symptome, die deutlich eine Unterzuckerung anzeigen.

Gefahren einer Hypoglykämie

HerzrhythmusstörungenHäufige Unterzuckerung kann besonders gravierende Auswirkungen für Herzpatienten nach sich ziehen. Herzrhythmusstörungen durch rasenden Puls und überhöhten Blutdruck, aber auch ein Herzinfarkt kann die Folge sein. Nicht zuletzt kann eine Hypoglykämie sogar eine Demenz begünstigen bzw. ihre (bereits vorhandenen) Symptome gar verstärken.

Gegenregulation

Im Falle einer Unterzuckerung ist der Körper mitunter in der Lage, sich zunächst noch selbst zu “helfen”. Allerdings nimmt diese “automatisierte” Selbsthilfe kontinuierlich weiter ab, je häufiger eine Hypoglykämie auftritt. So werden “in Eigenregie” spezielle Hormone und Enzyme produziert, die dazu beitragen können, dass sich die Blutzuckerwerte zeitnah wieder verbessern. Im Zuge dieser so genannten Gegenregulation wird gleichwohl der Stoffwechsel “gepusht” und die Insulin-Ausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse reduziert.

Sofern der Blutzuckerspiegel weiter abfällt, schüttet der Körper verstärkt Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin, Glukagon und einige weitere Hormone aus. So kann der sich in der Leber befindliche restliche Traubenzuckeranteil umgehend in die Blutbahn transportiert werden. Mit Blick auf Betroffene, die häufiger unter einer Hypoglykämie leiden, kann es durchaus vorkommen, dass mit der Zeit die Gegenregulation mehr und mehr ausbleibt.

Therapie

Es lohnt sich in jedem Fall für Sie, an entsprechenden medizinischen Schulungen teilzunehmen, um sich im Zuge dessen ausführlich über die “typischen” Körperreaktionen zu informieren und somit ihren Körper stetig besser einschätzen zu können: eine vielversprechende Basis also, um bei einer Unterzuckerung adäquat gewappnet zu sein. Überhaupt sollten Sie darauf achten, dass eine Unterzuckerung gar nicht erst auftritt.

Besagte Unterweisung kann auch diesbezüglich maßgeblich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Die umgehende Einnahme von Kohlenhydraten, Fruchtsäften und natürlich Traubenzucker kann “erste Hilfe” bei leichter Unterzuckerung bieten. Nicht zuletzt sollten Sie stets ein Fertigpräparat bereit liegen haben, welches Glukagon enthält und bei Bedarf entweder in den Bauch, den Po oder den Oberschenkel gespritzt werden kann.

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