Brot- oder Berechnungseinheit (BE)

Redaktion Oktober 22, 2013 2
Brot- oder Berechnungseinheit (BE)

Diabetes oder die Zuckerkrankheit, wie sie umgangssprachlich genannt wird, ist eine Stoffwechselerkrankung. Unterschieden wird bei der Einordnung zwischen Typ 1 und 2. Was jedoch gleich bleibt, ist mit der Ernährung dafür zu sorgen (neben der medikamentösen Behandlung) den Blutzuckerspiegel auszugleichen. Hierfür gibt es sogenannte Brot- oder auch Berechnungseinheiten. Dieses Gerüst wurde früher eingesetzt und gilt heute als nahezu überholt.

Nahrungsaufnahme – wichtig für Diabetiker

Sobald der Blutzuckerspiegel fällt, kommt es zu einer Unterzuckerung und der Betroffene kann ins Koma fallen. Deshalb ist es wichtig, dass Zuckerkranke eine Packung Traubenzucker mitführen, um derartige Situationen zu verhindern. Die Bauchspeicheldrüse ist nicht ausreichend funktionstüchtig, sodass der Blutzuckerspiegel durch die Ernährung und Medikamente ausgeglichen werden muss.

Die Berechnungseinheiten (BE)

Im deutschen Breitengrad werden die Kohlenhydrate im Bereich Diabetes in Brot- oder Berechnungseinheiten, kurz BE, angegeben. Diese Berechnungseinheiten sind wichtig, da es bei zu viel Aufnahme von Kohlenhydraten zu einer Überzuckerung kommt, die der Körper nicht mehr ausgleichen kann. Dies führt dazu, dass der Betroffene sich schwach und vernebelt fühlt. Erst wenn der Blutzuckerspiegel wieder in den Normalbereich fällt, kann der Betroffene wieder störungsfrei dem alltäglichen Geschehen nachgehen. Ein BE entspricht bei der Berechnung 10-12 Gramm Kohlenhydrate. Je nachdem wie viele Kohlenhydrate in den Nahrungsmitteln enthalten sind, wird die Berechnungseinheit für Diabetiker angegeben. Die Menge des Insulins, das durch Medikamente hinzugeführt werden muss, richtet sich ebenfalls nach der empfohlenen Menge an Berechnungseinheiten, die täglich verzehrt werden dürfen. Es gibt ein BE-Gerüst, nachdem die Betroffenen nur bestimmte Kohlenhydrate in bestimmter Menge zu sich nehmen dürfen.

Beispiel:

  • Morgens dürfen 4 Broteinheiten verzehrt werden, vormittags noch mal 2, mittags ebenfalls 4, selbst beim Kaffee ist darauf zu achten, dass die Broteinheiten von 2 nicht überschritten werden. Abends dürfen laut BE-Gerüst 3 Broteinheiten verzehrt werden.
  • Mit diesem BE-Gerüst soll eine Unterzuckerung vermieden werden. Der Nachteil allerdings liegt darin, dass die empfohlenen Broteinheiten zu gering berechnet sind, um richtig satt zu werden. Anstelle von Kohlenhydraten war es früher so, dass Diabetiker mehr Wurst und Käse verzehrt haben. Dieses Detail jedoch zeigte sich bei der Gewichtszunahme. Das BE-Gerüst setzte sich aufgrund der negativen Auswirkungen nicht durch und zählt heute glücklicherweise als überholt.

Richtig ernähren im Alltag

Wer von der Zuckerkrankheit betroffen ist, braucht sich heute an kein starres Schema mehr halten. Natürlich ist darauf zu achten, was man isst und wovon man lieber die Finger lassen sollte. Süßigkeiten, die den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, sollten nur im Notfall zur Hand sein. Die medikamentöse Behandlung erlaubt heute außerdem die Nahrungsaufnahme zu variieren und das zu essen, was schmeckt und was dem Körper gut tut. Wer sich außerdem mit viel Bewegung fit hält, kann mit der Zuckerkrankheit ein langes und sorgenfreies Leben führen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Nahrungsmittel geeignet sind und welche nicht, führen Sie ein bis zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme einfach einen Bluttest durch. Hierbei können Sie kontrollieren, wie die Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel reagieren. Wenn Ihr Wohlbefinden nicht darunter leidet, spricht nichts dagegen diese Nahrungsmittel zu verzehren.

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