Diabetischer Fuß

Redaktion September 16, 2013 1
Diabetischer Fuß

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die, wenn sie über Jahre hinweg unzureichend therapiert wird, gefürchtete Spätfolgen nach sich ziehen kann. Eine dieser Folgen ist das Diabetische Fußsyndrom oder umgangssprachlich Diabetischer Fuß genannt. Meist betrifft diese Erkrankung Diabetiker des Typs 2 und führt alleine in Deutschland jährlich zu etwa 40.000 Amputationen.

Entstehung und Ursachen des Diabetischen Fußes

Beinahe jeder vierte Diabetes-Patient ist mindestens einmal im Leben mit diesem Syndrom konfrontiert. Diese Patienten bleiben auch in späterer Folge Hochrisikopatienten. Das Risiko steigt, je länger der Patient an Diabetes erkrankt und je unzureichender der Blutzuckerspiegel eingestellt ist.

  • Bei 50 bis 60 % der Diabetespatienten werden durch die Zuckerkrankheit die Nerven geschädigt. Schmerzen in den Füßen können nur mehr eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden. Dort, wo der Fuß erhöhtem Druck ausgesetzt ist, kommt es zu Läsionen, die Ulcera genannt werden, und schmerzlos sind. Es handelt sich dabei um die Diabetische Nervenstörung oder Polyneuropathie.
  • Als weitere Ursache ist die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit bekannt. Dabei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung in den Beinen. Es kommt zum Absterben von Gewebe, sogenannten Nekrosen. Bei dieser schmerzhaften Störung, deren Wundversorgung sich meist schwierig gestaltet, spricht man auch vom Raucherbein. Sie kommt bei etwa 10 bis 20 % der Diabetiker vor. Auch eine Kombination beider Symptome kann sich manifestieren.

Diabetischer Fuß

Wie ein Diabetisches Fußsyndrom erkannt wird

Bei der diabetischen Nervenstörung können erste Symptome an der Fußsohle erkannt werden. Bevor sichtbare Geschwüre auftreten, erscheinen massive Hornhautschwielen, die kleine Einblutungen aufweisen. In späterer Folge finden sich schmerzlose Geschwüre mit ausgeprägter Hornhaut darum herum. Das Bein erscheint rosig, trocken und warm. Es kann im Rahmen der Erkrankung zu Fußskelett-Deformierungen kommen, die wiederum druckbedingte Geschwüre fördern.

In späterer Konsequenz kann es zu schmerzlosen Frakturen und darauffolgendem Zusammenbruch des Fußgewölbes kommen. Dies wird als Charcot Fuß bezeichnet.

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit erscheint das Bein bläulich und kalt. Vorboten können Wadenschmerzen sein, die in immer kürzeren Abständen auftreten, bekannt als Schaufensterkrankheit. Läsionen, die durch die Verschlusskrankheit auftreten, ziehen sich zur Körpermitte hin und erscheinen als feuchte oder trockene Läsionen. Besonders gefährlich können in beiden Varianten bakterielle Infektionen sein. Bei der Nervenstörung werden Schmerzen nicht wahrgenommen und die Entzündung wird erst sehr spät erkannt. Eine Antibiotikagabe kommt oft zu spät und ist daher kaum wirksam. Antibiotikagabe ist auch bei der Verschlusskrankheit problematisch, da dieses durch die Mangeldurchblutung nicht an den Zielort vordringen kann.

Wie die Läsionen behandelt werden können

Um diesen schwerwiegenden Erscheinungen vorzubeugen, sollte mindestens einmal jährlich eine entsprechende Untersuchung, ein Screening, gemacht werden.

  • Mithilfe verschiedener Untersuchungen wie Röntgen oder Magnetresonanz und Tests wie Stimmgabeltest, Untersuchung des Kälte- und Wärmeempfindens sowie des Berührungs- und Druckempfindens kann die Erkrankung verifiziert werden.
  • Bei Bedarf und um das Bein zu entlasten, wird der Arzt orthopädisches Schuhwerk verordnen, das speziell für Diabetiker angefertigt wird. Jede Art von Schmerzen sollte sofort ernst genommen und behandelt werden. Hierfür stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung.
  • Ebenso wird alles unternommen werden, um die Durchblutung optimal wiederherzustellen.

Sind bereits Wunden vorhanden, so wird der Arzt diese regelmäßig behandeln und verbinden und im Bedarfsfall chirurgisch sanieren. Dabei kann es auch zu Knochenentfernungen oder Minimalamputationen kommen.

Eine regelmäßige Fußkontrolle durch den Patienten selbst oder geschultes Fachpersonal kann ebenso wie spezielle Fußpflege vom Profi einen bedeutenden Beitrag leisten. Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist aber eine perfekte Einstellung der Blutzuckerwerte, um das Diabetische Fußsyndrom von vornherein möglichst zu vermeiden.

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