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"Aktiv werden bei Diabetes" - der Themenservice der EigenInitiative

Ausgabe 8 / Oktober 2008

Positive Zwischenbilanz für Blutzucker-Selbstkontrolle im Alltagstest bei Typ-2-Diabetikern

Mit der ROSSO-Praxisstudie zu neuem gesunden Lebensstil

Die ROSSO-Praxisstudie der "EigenInitiative" und des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums prüft bei über 400 Personen unter Alltagsbedingungen, ob eine regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle einen positiven Einfluss auf den Lebensstil von Typ-2-Diabetikern hat. Damit greift sie die Ergebnisse der ROSSO-Studie auf1. Diese konnte belegen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes, die regelmäßig ihren Blutzucker kontrollieren, länger leben und deutlich weniger Folgeerkrankungen bekommen. Erste Zwischenergebnisse der Praxisstudie zeigen2: Die Teilnehmer verloren signifikant an Gewicht und wiesen bessere Nüchtern- und Langzeitblutzuckerwerte auf. Darüber hinaus berichteten sie von einer wesentlichen Erhöhung der Lebensqualität.

"Ich fühle mich hervorragend", berichtet Josef Sch. Bevor sich der 73-Jährige bei der ROSSO-Praxisstudie anmeldete, fiel es ihm noch schwer, sich täglich ausreichend zu bewegen. "Jetzt genieße ich es richtig, jeden Tag an der frischen Luft zu sein. Durch das Radfahren, Walken und die Gartenarbeit ist mein Nüchternblutzucker gesunken, von 240 mg/dl vor der Studie auf jetzt 130 mg/dl. Das spornt mich richtig an. Und auch meine Frau hat sehr positiv auf meine Gewichtsabnahme von 5 Kilogramm reagiert", fügt er augenzwinkernd hinzu. Zwölf Wochen lang begleitet die "EigenInitiative" der Stiftung "Chance bei Diabetes" die Studienteilnehmer. Um die Bedeutung der Blutzucker-Selbstkontrolle im Alltag greifbar zu machen, bekommen sie einen Schrittzähler und eine ausführliche Informationsbroschüre, in der sie ihre Fortschritte gleich notieren können. Unter allen Teilnehmern sucht die "EigenInitiative" außerdem den aktivsten Typ-2-Diabetiker Deutschlands.

Mit kleinen Glücksmomenten zum langfristigen Erfolg
In die Zwischenauswertung der Praxisstudie fließen die vollständigen Datensätze von 212 Teilnehmern ein, die das 12-Wochen-Programm bereits erfolgreich durchlaufen haben. Insgesamt konnten sie ihr Gewicht, ihren BMI und ihren Taillenumfang im Studienverlauf signifikant reduzieren. Bei Betrachtung der Daten lässt sich außerdem eine deutliche Verbesserung des Nüchtern- und des Langzeitblutzuckers, des HbA1c, feststellen, im Mittel lag er am Ende der zwölften Woche bei einem günstigen Wert von 6,37 %. Die für viele Teilnehmer neue Blutzucker-Selbstkontrolle wurde insgesamt sehr positiv bewertet. Die strukturierte Selbstmessung der Blutzuckerwerte soll Menschen mit Typ-2-Diabetes helfen, ihren Stoffwechsel besser kennen zu lernen und mit ihrem Diabetes besser umgehen zu können. Denn wer erkennt, wie Einflussfaktoren wie Bewegung und Mahlzeiten auf die Blutzuckerwerte wirken, kann diese gezielt zur Stabilisierung und Verbesserung seiner Stoffwechselsituation einsetzen. Den eigenen Einfluss zu erleben, motiviert, dabei zu bleiben und das neue Wissen konsequent einzusetzen.

Motivation durch persönliche Erfolgserlebnisse
Herbert R., 67-jähriger Typ-2-Diabetiker, stellte während der Studie fest: "Es ist ein enormer Unterschied, ob ich vom Arzt ab und zu gesagt bekomme: ‚Ihre Blutzuckerwerte müssen wir im Auge behalten', oder ob ich täglich durch exakte Zahlen auf meine große und kleinen "Sünden" hingewiesen werde." Statt zu Weizenbrötchen greift der rüstige Rentner nun zur Vollkornvariante, Chips und Schokolade werden durch Obst und Gemüse ersetzt. Schon kleine Erfolge der Ernährungsumstellung führt ihm das Display seines Messsystems nun sehr schnell vor Augen und hilft ihm so, am Ball zu bleiben, um die Stoffwechsellage auch langfristig zu verbessern.

In zwölf Wochen zu einem gesünderen Lebensstil
Die ersten Zwischenergebnisse der Praxisstudie zeigen: Ein in zwölf Wochen neu erlernter bewusster Lebensstil führt bei den Studienteilnehmern zu messbar besseren Werten. Dieses Ziel haben die Teilnehmer durch strukturiertes Blutzuckermessen, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung erreicht. Zusätzlich berichteten die Teilnehmer von einem insgesamt ausgeglichenen und positiven Lebensgefühl. "Die Blutzuckerkontrolle hat mein Leben verändert", erklärt Marcel P. (37 Jahre) nach der Studienteilnahme und die 58-Jährige Anna E. meint: "Ich baue auf die vier Säulen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Selbstkontrolle durchs tägliche Messen und fühle mich trotz Diabetes ‚sauwohl'!" Mit Abschluss der ROSSO-Praxisstudie wird auch der Sieger des Wettbewerbs gekürt und die "EigenInitiative" verleiht den Titel "Deutschlands aktivster Typ-2-Diabetiker".

Die Zwischenergebnisse der ROSSO-Praxisstudie auf einen Blick3
Die über 400 Teilnehmer der Studie haben seit maximal 5 Jahren Diabetes Typ-2 und werden mit Diät oder oralen Antidiabetika aber ohne Insulin behandelt. Während der 12-wöchigen Teilnahmezeit werden sie gezielt angeleitet, durch regelmäßige Blutzuckermessungen in Kombination mit mehr Bewegung und bewusster Ernährung eine bessere Blutzuckereinstellung zu erreichen. Die Zwischenauswertung der 212 Teilnehmer, die das 12-Wochen-Programm bereits absolviert haben, ergibt im Schnitt:
  • Eine signifikante Gewichtsreduktion um 2,3 kg (von 92,3 kg auf 90,0 kg)
  • Eine signifikante Verminderung des Taillenumfangs um 5 cm (von 111 cm auf 106 cm)
  • Eine Verbesserung des Nüchternblutzuckers um 5 mg/dl (von 122 mg/dl auf 117 mg/dl; Normbereich: 90 mg/dl bis 120 mg/dl)
  • Eine Verbesserung des HbA1c um 0,37 Prozent (von 6,64 Prozent auf 6,37 Prozent; oberer Normbereich 6,1 Prozent)
  • Eine signifikante Absenkung des Blutdrucks um 4 bzw. 3 mmHg (von 133:82 mmHg auf 129:79 mmHg)
  • Eine signifikante allgemeine Verbesserung der Blutfette (z. B. sank das LDL-Cholesterin von 128 mg/dl auf 120 mg/dl)
  • Außerdem bewegten sich die Teilnehmer mehr als vorher, schliefen besser, fühlten sich aktiver und insgesamt wohler.
1Retrospective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes (ROSSO); Martin, S. et al. (2006): Rolle der Blutzuckerselbstkontrolle bei Typ-2-Diabetes. In: Diabetes, Stoffwechsel und Herz 4.

2ROSSO-Praxisstudie der EigenInitiative, durchgeführt vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Stephan Martin; Studienbetreuung: Dr. Kerstin Kempf.

3ROSSO-Praxisstudie der EigenInitiative, durchgeführt vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Stephan Martin; Studienbetreuung: Dr. Kerstin Kempf


"Die EigenInitiative" ist eine Aktion der Stiftung "Chance bei Diabetes"
Die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes" wurde im Frühjahr 2006 unter dem Dach der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) von Professor Stephan Martin (Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums, Sana Kliniken Düsseldorf) gegründet. Mit ihrer Aktion "Die EigenInitiative. Mehr Eigenverantwortung für ein gesundes Leben mit Diabetes" motiviert sie Menschen mit Diabetes Typ-2 zu einem bewussten Umgang mit Diabetes.


Pressekontakt:
fischerAppelt Kommunikation GmbH
Janine Todtenberg
Lindleystraße 12
60314 Frankfurt
Tel: 069/4272 616-833
Fax: 069/4272 616-822

E-Mail: jat@fischerappelt.de
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